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Digitale Identität in Malta: e-ID-Karte, Konto und EU-Wallet

So weisen Sie sich in Malta online aus: e-ID-Karte und virtuelles Konto, Identità, eIDAS-Status sowie Ausschreibung und Zeitplan der EU-Wallet im Oktober 2026.

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In Malta weisen Sie sich online mit der e-ID-Karte aus, entweder über ihre Authentifizierungszertifikate und ein Kartenlesegerät oder über ein e-ID-Konto (virtual account), beides betreut von der nationalen Identitätsbehörde Identità. Die nationale EU-Wallet steht im Oktober 2026 noch im Ausschreibungsstadium.

Steckbrief

Punkt Stand
Nationale eID bzw. Ausweis mit eID-Funktion Maltesische e-ID-Karte und e-Aufenthaltsdokumente mit Authentifizierungs- und Signaturzertifikat (PIN A und PIN B)
Mobile bzw. App-Lösung In den geprüften Quellen keine eigene nationale eID-App bestätigt
Bankbasierte ID Für Behördendienste nicht der Hauptweg
eIDAS-Notifizierung und Niveau System „Identità“ für e-ID-Karte und e-Aufenthaltsdokumente notifiziert; als hoch berichtet
EUDI-Wallet, Oktober 2026 Ausschreibung der MDIA, zur Frist wird Teilverfügbarkeit erwartet
Zuständige Stelle Identità (e-ID-Karten); Malta Digital Innovation Authority (Wallet)

Das nationale System

Maltas eID-System wird von Identità verwaltet. Die maltesische e-ID-Karte und die e-Aufenthaltsdokumente für ausländische Einwohner tragen einen Chip mit zwei Zertifikaten, eines zur Authentifizierung und eines zum Signieren, geschützt durch zwei PINs. Malta hat dieses System unter dem Namen Identità bei der EU-Kommission notifiziert, angeschlossene Dienste anderer Mitgliedstaaten sollten es also akzeptieren. Die Notifizierungsübersichten nennen das Niveau hoch, ein Tracker führt für den Wallet-Kontext allerdings ein niedrigeres Niveau, das Niveau der Wallet ist deshalb offen. Was die Stufen bedeuten, erklärt unser Beitrag zu den Vertrauensniveaus.

So bekommen und nutzen Sie es

Die e-ID-Karte erhalten Sie im üblichen Ausweisverfahren und holen sie im Büro von Identità ab. Online nutzen Sie sie über das e-ID-Konto, ein an die Karte gebundenes Abonnement. Nach der Genehmigung kommt der Aktivierungslink per E-Mail, in der Regel binnen etwa sechs Arbeitstagen. Danach gibt es zwei Wege. Sie nutzen die Zertifikate auf der Karte mit Lesegerät und geben die PINs ein, was Identità als Weg für sensible Dienste wie Online-Finanzdienste oder Ausschreibungsabgaben beschreibt. Oder Sie melden sich über das Konto an. Antragsberechtigt ist jeder mit gültiger maltesischer e-ID-Karte oder Aufenthaltskarte, mit dem Formular zum Kartenantrag oder separat über die Identity Cards Unit.

Die EU-Wallet in Malta (Stand Oktober 2026)

Die Malta Digital Innovation Authority (MDIA) hat eine Ausschreibung über 15,6 Millionen Euro für eine konforme EU-Wallet veröffentlicht, die Softwareentwicklung, Systemintegration und das begleitende Vertrauensökosystem umfasst, Angebote waren bis zum 3. September 2026 fällig. Zum Start geplant sind der Identitätsnachweis online und vor Ort, die Altersprüfung, das Ablegen von Dokumenten wie dem Führerschein und elektronische Signaturen. Berichte und unabhängige Übersichten von 2026 erwarten, dass Malta zur Frist Ende 2026 nur eine Teilverfügbarkeit liefert, zuerst Identität und Altersnachweis, weitere Funktionen in späteren Wellen. Weil noch keine öffentliche Wallet gestartet ist, bleiben e-ID-Karte und e-ID-Konto der funktionierende Weg. Was die Wallet zusätzlich bringt, erklärt unser Ratgeber zur EUDI-Wallet.

Nutzung im Ausland und für Ausländer

Weil die e-Aufenthaltsdokumente Teil des notifizierten Systems sind, können Einwohner ohne maltesische Staatsangehörigkeit mit diesen Dokumenten dasselbe System nutzen. Bei ausländischen eIDs auf maltesischen Diensten und maltesischen eIDs auf ausländischen Diensten hängt die Abdeckung davon ab, was der jeweilige Dienst angebunden hat, siehe grenzüberschreitende eID. Zum Vergleich bieten sich Italien und im weiteren Mittelmeerraum Griechenland an.

Welche Methode passt?

Wenn Sie staatliche Dienste online brauchen, richten Sie zuerst das e-ID-Konto ein, denn es macht die Karte im Netz nutzbar, ohne dass Sie jedes Mal ein Lesegerät brauchen. Die Karte mit Lesegerät und beiden PINs nutzen Sie für die sensiblen Dienste, die Identità beschreibt, etwa Finanzdienste und Ausschreibungsabgaben. Einwohner mit e-Aufenthaltsdokumenten fallen unter dasselbe System, sie sollten also nicht annehmen, ausgeschlossen zu sein. Weil die Wallet in Stufen kommt, ist zuerst mit Identität und Altersnachweis zu rechnen, planen Sie nicht mit anderen Funktionen, bevor sie bestätigt sind. Prüfen Sie außerdem rechtzeitig, ob Ihre Karte und ihre Zertifikate noch gültig sind, bevor ein Termin ansteht, an dem Sie sie brauchen. Einzelheiten zu Antrag und Aktivierung des e-ID-Kontos nennt Identità auf ihrer Seite, dort finden Sie auch die Kontaktdaten der Identity Cards Unit.

Datenschutz und Sicherheit

Halten Sie PIN A und PIN B geheim und getrennt von der Karte und vermeiden Sie die Nutzung an fremden Rechnern. Klicken Sie keine Aktivierungslinks an, die Sie nicht angefordert haben, der echte Link kommt, nachdem Sie bei der Identity Cards Unit beantragt haben. Die geplante Wallet soll nur die Merkmale weitergeben, die ein Dienst braucht, zum Beispiel ob Sie über 18 sind.

Offizielle Quellen: die Seite der EU-Kommission zu Malta und Identità.

Häufige Fragen

Was ist das e-ID-Konto (virtual account)?

Es ist ein Abodienst, der an Ihre maltesische e-ID-Karte gebunden ist und den Zugang zu staatlichen Online-Diensten öffnet. Nach der Genehmigung erhalten Sie einen Aktivierungslink per E-Mail. Danach melden Sie sich über das Konto selbst an oder nutzen die Zertifikate der Karte mit Lesegerät und PINs.

Wer kann ein e-ID-Konto bekommen?

Laut Identità kann jede Person mit gültiger maltesischer e-ID-Karte oder Aufenthaltskarte es beantragen, entweder beim Kartenantrag oder separat über die Identity Cards Unit.

Gibt es die maltesische EU-Wallet schon?

Nein, Stand Oktober 2026. Die Malta Digital Innovation Authority hat den Bau ausgeschrieben, zur Frist wird nur eine Teilverfügbarkeit erwartet.

Kann ich die maltesische e-ID in anderen EU-Ländern nutzen?

Das System für e-ID-Karte und e-Aufenthaltsdokumente ist notifiziert, angeschlossene Dienste anderer Mitgliedstaaten können es also grundsätzlich akzeptieren. Wie weit das trägt, hängt vom einzelnen Dienst ab.

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